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Dresden, 23.05.2018. Das sächsische Modellprogramm ‚WillkommensKITAs‘ wird deutlich erweitert. Der Träger des Programms, die Deutsche Kinder und Jugendstiftung (DKJS), wird […]

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Willkommen für alle Kinder – „WillkommensKITAs“ überflüssig

Willkommen für alle Kinder – „WillkommensKITAs“ überflüssig

Dresden, 23.05.2018. Das sächsische Modellprogramm ‚WillkommensKITAs‘ wird deutlich erweitert. Der Träger des Programms, die Deutsche Kinder und Jugendstiftung (DKJS), wird nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Programmphase die Begleitung der bisher zehn Einrichtungen schrittweise auf 100 Kitas ausbauen, teilten Kultusminister Christian Piwarz (CDU) und Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) mit.

Dazu Frauke Petry, MdB der Blauen Partei und Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Die 44 Seiten starke Handreichung zum Modellprogramm, die auch online abrufbar ist, teilt mit: ‚Eine Willkommenskita ist ein Ort, an dem … Kinder aus Flüchtlingsfamilien erfahren, dass sie willkommen und akzeptiert sind, dass sie teilhaben und sich wohlfühlen können‘. Der Umkehrschluss: Eine Kita, die nicht das Etikett ‚Willkommenskita‘ trägt, ist offenbar kein Ort, an dem Kinder willkommen sind?

Dabei muss doch eines feststehen: Kindertagesstätten, ganz gleich, ob Hort, Kindergarten oder Kinderkrippe sollten immer Orte sein, an denen Kinder gut aufgehoben sind, betreut, gefördert und behütet werden. Orte, an denen sie erfahren, dass sie willkommen und akzeptiert sind.

Kinder haben die wenigstens Berührungsängste untereinander. Sie brauchen keine gesonderten Willkommensprogramme, wenn die Kindereinrichtungen sonst auf dem besten Stand sind. Heißt, mit ausreichend Personal ausgestattet, baulich und räumlich den heutigen Anforderungen gerecht werden. In solchen Einrichtung ist die Einbeziehung von Kindern aus anderen Ländern problemlos möglich. Kinder lernen extrem schnell Sprachen, gehen vollkommen unkompliziert miteinander um und finden daher im Handumdrehen auch neue Freunde.

Was sie nicht brauchen, sind mit teuren Förderprogrammen finanzierte ‚pädagogische Fachkräfte‘, die mit Vorschlägen (O-Ton Handreichung) glänzen, wie: ‚Ich frage unsere Köchin, ob sie uns das Essen fotografiert, damit auch die Eltern, die nicht Deutsch können, sehen was es gibt.‘

Nebenbei, es wäre tatsächlich schön, wenn in Kitas noch selbst gekocht würde. Das ist unter anderem aus Kostengründen in den allermeisten Einrichtungen aber nicht mehr der Fall. Stattdessen werden halt Fachkräfte bezahlt, die in Hochglanzbroschüren das Gegenteil behaupten.
Zusammengefasst: Es ist schon erstaunlich, wofür sich die sächsische Union auf dem Willkommenstrip durch die Manege ziehen lässt, statt sich um offensichtliche Defizite in den Kitas zu kümmern. Die in den Griff zu bekommen, dürfte den meisten Eltern wichtiger sein als, wie im Programm vorgesehen, ‚Berührungsängste und Bedenken von Eltern gegenüber Kindern aus Flüchtlingsfamilien abzubauen‘.“