Schutz von Wolfs-Hund-Mischlingen ist Steuergeldverschwendung

Berlin, 29.06.2018. Der Bundestag beriet am Donnerstag einen von CDU/CSU und SPD vorgelegten Antrag für ein bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement. An gleicher Stelle wurde über einen gemeinsamen Antrag der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen, in dem sich die Fraktionen für eine Weidetierprämie für Schafe und Ziegen einsetzen, sowie über einen Antrag der Linken, die Sofortmaßnahmen zum Schutz von weidetierhaltenden Betrieben fordert, und über einen Antrag der Grünen, die sich für einen Schutz des Wolfes stark machen, debattiert.

(Drucksachen 19/2981, 19/1691, 19/581, 19/589)

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Im Folgenden die entsprechende Pressemitteilung von Frauke Petry MdB (Blaue Partei) und Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„12.000 Menschen in der sächsischen Lausitz haben sich mit ihrer Unterschrift gegen ein ‚Weiter-So‘ im Umgang mit dem Wolf ausgesprochen. Es sind die Menschen, die mit den Folgen der Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland tagtäglich und unmittelbar konfrontiert sind: Weidetiere werden – oftmals trotz teurer Schutzmaßnahmen – in Größenordnungen gerissen, Bewohner der Region gehen nicht mehr allein im Wald spazieren, es wachsen die Sorgen um die Kinder. Kurz gesagt, das Wolfsprojekt in dieser Form bedeutet den Verlust an Lebensqualität auf dem Land.

Was macht die CDU-SPD-Koalition in Sachsen? Genötigt durch den Druck der Bürger formuliert man die Forderung nach einem bundesweit abgestimmten Wolfmanagement und ruft nach der Bund. Das Ergebnis ist der Antrag für ein bundesweit einheitliches Wolfsmanagement.

Der geht nun aber in mehrfacher Hinsicht an der Sache vorbei. Das Management von Wildtieren ist unabhängig vom Schutzstatus nämlich nach wie vor Ländersache. Die Bundesgesetzgebung im Bereich Naturschutz und Jagd gibt dazu die Rahmenbedingungen vor. Es braucht dementsprechend kein bundeseinheitliches Management, sondern die Überarbeitung der Rahmengesetzgebung, die der Bund vorgibt. Der Antrag enthält dies jedoch nicht und ist damit reine Show.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es hingegen für ein bundesweit einheitliches Monitoring. Warum? Fotos der Wölfe in Sachsen und anderenorts in Deutschland zeigen immer wieder Merkmale, die auf eine Hybridisierung der Population – also Vermischung mit dem Haushund – hindeuten. Bei kraniologischen Untersuchungen (Auswertung von typischen Schädelmerkmalen) wiesen sächsische Wolfsschädel zwischen 30 bis 54 Prozent hundetypischer Merkmale auf.

Unsere Anfragen ergaben, dass die DNA-Proben der Referenzdatenbank des zuständigen Senckenberg Instituts vielfach nicht von Wölfen stammen, die auch kraniologisch untersucht wurden. Es besteht damit ein hohes Risiko, dass diese Datenbank, die die Basis für alle deutschen Wolfs-DNA-Analysen darstellt, fehlerhaft ist.

Wolfs-Hund-Hybriden zu schützen, ist aber nicht nur massive Steuergeldverschwendung, sondern gefährdet in erster Linie den Erhalt des europäischen Grauwolfes.

Bevor wir also weiter über das Wolfsmanagement diskutieren, sollten wir dringend das Monitoring mit unabhängigen Sachverständigen prüfen.

Das Einführen von Prämien für die Weidetierhaltung lehnen wir als Übergangslösung nicht per se ab. Die vielfältigen Probleme der Weidetierhalter werden damit weder angefasst noch gelöst.“