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+++ Pressemitteilung +++ Berlin, 06.08.2018. Quer durch die inländische Medienlandschaft findet im Kielwasser von #MeTwo eine Debatte über Rassismus an […]

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Sommerloch füllt sich mit Debatte über Rassismus an deutschen Schulen

Sommerloch füllt sich mit Debatte über Rassismus an deutschen Schulen

+++ Pressemitteilung +++

Berlin, 06.08.2018. Quer durch die inländische Medienlandschaft findet im Kielwasser von #MeTwo eine Debatte über Rassismus an deutschen Schulen statt. Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, befand in der Süddeutschen in diesem Zusammenhang, „es gibt leider auch Vollidioten unter Lehrkräften“. Und die Welt toppt mit einem Interview des Migrationsforschers Mark Terkessidis, der in der Lehrerausbildung „verpflichtende Kurse zum Umgang mit Vielfalt in der Klasse“ vorschlägt.

Dazu Frauke Petry, MdB der Blauen Partei und Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Den Aufschlag machte der Spiegel und stellte unter der bezeichnenden Überschrift ‚Wenn Lehrer zu Rassisten werden‘ fest: ‚Angehende Lehrkräfte werden an den Hochschulen wenig darin geschult, wie sie mit Heterogenität im Klassenzimmer umgehen können.‘

Die wirklich faszinierende Lösung für dieses vorgebliche Problem bringt Migrationsforscher Mark Terkessidis in der Welt ins Spiel: ‚An den Schulen sollte klar sein, dass nicht nur Schüler etwas über interkulturelle Kompetenz lernen müssen, sondern eben auch das Lehrpersonal.‘ Seiner Meinung nach könnten die Lehrer von den Schülern lernen. Zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet. Dort haben drei Viertel der Erstklässler Migrationshintergrund. Terkessidis: ‚Die wissen, wie man mit Heterogenität umgeht.‘

Wer wissen will, wie weit diese völlig abgehobene Debatte von der Realität an den Schulen entfernt ist, braucht eigentlich nur mal das Ohr an die Lehrerschaft zu halten. Mitunter reicht auch ein Blick in die Zeitung, wie jüngst in die Mitteldeutsche aus Halle. Dort fand ein Brandbrief sachsen-anhaltinischer Lehrer an ihre Landesregierung Wiederhall. In diesem war nicht von fehlender ‚interkultureller Kompetenz‘ im Lehrkörper die Rede, sondern von zwei anderen, dafür aber ganz zentralen Punkten. Erstens: Verringerung der Anzahl der Schüler je Klasse – vor allem jener ohne Sprachkenntnisse. Zweitens: mehr Lehrpersonal.

Das sind Forderungen, die wir schon lange erheben und deren Umsetzung Grundlage für schulischen Unterricht in der erforderlichen Qualität ist. Darauf sollte sich die Debatte konzentrieren, wenn es um Schule in Deutschland geht.“