Jahresbericht „Deutsche Einheit“

20180927_Deutsche Einheit

Jahresbericht „Deutsche Einheit“ – es geht ein Riss durch Deutschland

29 Jahre nach der Friedlichen Revolution und 28 Jahre nach der Wiedervereinigung, bezeugen neueste Zahlen, was vielerorts bittere Realität ist: spürbare Lohngefälle, wirtschaftliche Stagnation und das Ausbluten ganzer Regionen. Bilder wie die aus Chemnitz und die darauf folgende einseitige Berichterstattung, tun ihr Übriges, um das Bild eines rückständigen Ostdeutschlands im Rest der Welt zu Komplettieren.

Vielleicht wäre es in der Debatte hilfreich, den Osten nicht immer nur den ewigen Nachzügler zu sehen. Die Ostdeutschen haben friedlich eine Diktatur zu Fall gebracht. Sie haben sich binnen kürzester Zeit an ein gänzlich neues Gesellschafts-, Wirtschafts- und Rechtssystem gewöhnt und trotz aller Rückschläge beharrlich daran gearbeitet, ein Teil dieser neuen Welt zu werden. Während Sachsen, gefolgt von Thüringen, in den Pisa-Studien nach wie vor die ersten Plätze belegt, schafft es das einwohnerreichste Bundesland NRW nur knapp, Bremen auf den letzten Platz zu verweisen.

Die Nation ist gespalten. Dieser Riss geht allerdings nicht nur durch Ost und West, sondern durch die gesamte Gesellschaft. Medien und Politik sind aufgerufen dieser Spaltung Einhalt zu gebieten. Ein Anfang wäre es, dem Osten Deutschlands auf Augenhöhe zu begegnen und die Leistung dieser Menschen endlich auch zu würdigen.