„Sie ist doch da …“

Frauke Petry

Es schien fast so als ob der sächsische Verkehrsminister mit seiner ewigen Autobahnbaustelle im Dresdner Westen es darauf angelegt hätte, die Veranstaltung mit Frauke Petry in Struppen platzen zu lassen. Bürger vor Ort hatten sich das Gespräch gewünscht und die direkt gewählte Bundestagsabgeordnete hatte kurzfristig und unkompliziert den Termin zugesagt. Und so schauten die Struppener geduldig über den am Ende nur knapp 30 Minuten späteren Start hinweg. Schließlich kennen auch sie die Gegebenheiten sächsischer Verkehrspolitik aus täglichem Erleben recht gut.

Die mehr als guten Gespräche, die sich im Saal der Gemeinde an diesem Abend entwickelten, rechtfertigten jedenfalls die Geduldsprobe vom Anfang in jeder Beziehung. Hauptanliegen bei der Anbahnung des Treffens, war das Bedürfnis der Wähler noch einmal im Detail etwas über die Beweggründe des AfD-Ausstiegs und des Neustarts mit der Blauen Wende und der Blauen Partei zu erfahren. Schließlich hatte die AfD mit Frauke Petry zur Bundestagswahl in Struppen knapp 41 Prozent sowohl der Zweit- als auch Erststimmen geholt.

Frauke Petrys Exkurs durch Geschichte und Entwicklung der AfD bis zum heutigen Tag überzeugte – bis auf wenige Ausnahmen – die 50 Zuhörer im bis auf den letzten Stuhl gefüllten Saal. Der Applaus nach über zwei Stunden teils intensiver Diskussion ist dafür Beleg. Ein einzelner Zwischenruf aus dem Publikum, „Frauke Petry sei ja nie im Wahlkreis anzutreffen“ konterte der Saal fast schon empört mit der Feststellung „sie ist doch da“.

Die zwei Stunden hätten locker verdoppelt werden können, so zahlreich waren die weiteren Themen, die den Struppenern auf den Nägeln brannten. Natürlich, wie so häufig, das Thema Bildung und Ausbildung aber auch der Straßenbau im Land. Ausgerechnet die örtliche Hauptstraße ist nämlich schlagender, vor allem schlaglochreicher Beweis für die – nennen wir es vorsichtig – Reserven in der straßenbaulichen Infrastruktur, womit sich der thematische Kreis zum Beginn der Veranstaltung in gewisser Weise schloss.
Große Einigkeit bestand im Bedarf an weiteren lockeren Gesprächsrunden und Gedankenaustausch dieser Art. Die Zusage gab’s prompt. Kurz gefasst: Sie wird wieder da sein. Auf jeden Fall.