Zeugnisse ohne Kopfnoten: Entscheidung des Verwaltungsgerichtes ist weltfremd

20181127_Kopfnoten Frauke Petry

Dresden, 26.11.2018. Das Verwaltungsgericht in Dresden hat am heutigen Montag sächsischen Schülern das Recht zugesprochen, Zeugnisse der 9. bzw. 10. Klasse auch ohne Kopfnoten zu verlangen. Geklagt hatte ein Schüler, der sich mit dem Zeugnis des 9. Schuljahres auf einen Ausbildungsplatz bewerben wollte. Laut Richter stellten Kopfnoten einen Eingriff in die Grundrechte bei der freien Berufswahl dar.

Frauke Petry, MdL und MdB der blauen Partei, kritisiert:

„Angesichts dieses Gerichtsurteils drängt sich die Frage auf, welche Rechte Lehrer und Schule überhaupt noch haben. Vielleicht reicht zukünftig auch eine bloße Anwesenheitsbestätigung für Schüler, dass sie die Schule regelmäßig von innen gesehen haben, statt ihnen mit Zeugnissen die feie Berufswahl zu ‚erschweren‘? Noten in den Fächern wären, folgt man stringent der Begründung des Verwaltungsgerichtes, dann ebenfalls ein Eingriff in die Freiheit und Grundrechte des Schülers.

Während öffentlich gern über lebenslanges Lernen, die Wissensgesellschaft im digitalen Zeitalter gefachsimpelt wird, scheinen die Richter vergessen zu haben, dass Schule Leistung benoten soll. Dazu gehören zweifelsohne auch Zensuren im Bereich des sozialen Lernens, die ohnehin nicht versetzungsrelevant sind. Der Urteilsspruch der Dresdner Richter bestätigt ein weiteres Mal, dass in unserer Gesellschaft auf allen Ebenen persönliche Freiheit nicht mehr als Verantwortung, sondern primär als Aufruf zur Beliebigkeit interpretiert wird. Diese Entwicklung ist schon seit langem auch in der Rechtssprechung angekommen und lässt jeden vernünftigen Menschen, egal ob Angestellter, Handwerker, Unternehmer oder Akademiker nur noch mit dem Kopf schütteln.

Es ist Teil des Erwachsenwerdens zu erkennen, dass unser Handeln stets Konsequenzen hat. Diesen Grundsatz zu schwächen, ist ein Fehlurteil mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen.“