Herzlichen Glückwunsch zum internationalen Frauentag!

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Die Ursprünge dieses Tages gehen auf die Sozialistin Clara Zetkin im Jahr 1910 zurück. Durchsetzen konnte er sich kurze Zeit später vor allem in Russland und zählt dort bis heute zu den wichtigsten Feiertagen. Ausgehend von Russland etablierte er sich in der gesamten Sowjetunion. Auch die DDR zelebrierte diesen Tag besonders mit Feierlichkeiten und öffentlichen Ehrungen oder Auszeichnungen. Nach 1990 verlor der Tag aber immer mehr an Bedeutung.

Heute ist in Berlin der internationale Frauentag nun erstmals Feiertag. Eigentlich eine Frage der Gleichberechtigung, könnte man meinen. Aber Moment mal. Der internationale Männertag am 19. November ist auch kein Feiertag und der umgangssprachliche Männer-/Vatertag – der 40 Tage nach Ostern gefeiert wird – heißt offiziell Christi Himmelfahrt. Frei haben Männer und Frauen an diesem Tag also aus religiösen und nicht aus ideologischen Gründen.

Aber wie steht es nun tatsächlich um die Gleichberechtigung bei uns? Wahlrecht, Berufswahl, Kleidungsvorschriften und vieles mehr – Dinge, die für uns völlig normal sind, sind es in vielen anderen Staaten der Welt leider nicht. Natürlich haben auch wir im Hinblick auf gleiche Löhne für gleiche Arbeit noch Potenziale für Verbesserungen, aber Forderungen nach feministischer Außenpolitik seitens der Linken oder, dass das nächste Jahrzehnt ein „Feministisches“ werden solle, so wie Baerbock von den Grünen forderte, konterkarieren und überziehen all diese positiven Errungenschaften.

Und die Berliner(innen)? Was werden sie heute wohl an diesem freien Tag machen? Wird der liebende Berliner seine Berlinerin heute mit Kaffee, Kuchen und Blumen geweckt haben oder wartete wie jeden Tag der Abwasch und die Bügelwäsche auf sie? Vielleicht geht die Berlinerin heute aber auch demonstrieren. Hier hat sie unter anderem die Wahl, ob sie 17 Uhr zum „100-Sekunden Schrei“ einstimmt, oder ob sie sich dem Marsch “Gleichberechtigt, selbstbestimmt, frei*“ anschließt, dessen Protest sich gegen die islamische Scharia, die Verheiratung Minderjähriger sowie Zwangsverschleierung von Frauen und Mädchen richtet. Letzteres Anliegen wäre diesem Tage tatsächlich angemessen und unterstützenswert.

Frühstück ans Bett, gemeinsame Hausarbeit, miteinander leben statt nebeneinander, Kultur, Sport, Freizeit – es gibt über das gesamte Jahr über so viele Gelegenheiten, wie sich Mann und Frau sowie Frau und Mann gegenseitig ihre Wertschätzung zeigen können.

Sie sehen, lieber Leser, Wertschätzung und Gleichberechtigung braucht keinen offiziellen Feiertag, sondern Respekt bereits im Kleinen, im privaten Umfeld.

*Organisatorin: Hourvash Pourkian, Gründerin der Initiative International Women in Power