Windkraftwahnsinn ausgebremst

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Leipzig, 22.07.2019. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, der Windkraftausbau in Deutschland komme nicht wie erforderlich voran. Verantwortlich für die Verzögerung seien Bundeswehr, Flugsicherung und diverse Verfahren vor Gerichten. „Bundesweit können derzeit mehr als 2.100 Windräder nicht gebaut werden, weil Gerichte oder Behörden Einwände erhoben haben. Das geht aus einer Umfrage der Fachagentur Windenergie an Land hervor.“

Frauke Petry, Mitglied des Bundestages und MdL der Blauen Partei #TeamPetry, kommentiert:

„Wenn schon der gesunde Verstand verbunden mit einem Mindestmaß an Physikkenntnissen den Windkraftwahnsinn in Deutschland nicht stoppen können, dann schaffen das zumindest praktische Erwägungen von Bundeswehr und Flugsicherung. Für die Bundeswehr müssen Tiefflugkorridore freigehalten werden und die Flugsicherung sieht Funkfeuer gestört. Beinahe möchte man ein Stoßgebet zum Himmel schicken – wäre doch ganz Deutschland ein Tiefflugkorridor.

Leider ist das nicht der Fall und so kann die Süddeutsche ungestört darüber jammern, dass ‚allein ein Funkfeuer beim rheinischen Düren zurzeit 700 Megawatt Windkraft vereitelt‘. Und weiter: ‚Wenn der Wind wehe, entspräche das der Leistung eines Steinkohlekraftwerks‘. Man muss dem SZ-Autor dankbar sein – in einem Satz gelingt es ihm, den ganzen Irrsinn zusammenzufassen – unabsichtlich natürlich.

So wie er stellt sich von ‚Fridays For Future‘ bis hoch in die Regierungszentrale in Berlin offensichtlich niemand diese Frage: Was passiert eigentlich, wenn alle konventionellen Kraftwerke (endlich) stillgelegt sind und der Wind nicht weht? Nicht wenige möchten das ja am liebsten sofort umgesetzt sehen. Stimmt, Deutschland wäre von einer Minute auf die andere klimaneutral unterwegs. Herzlichen Glückwunsch zu so viel Unbedarftheit.

Das Problem nur dabei: So kann man eine Wirtschaftsnation wie Deutschland nicht regieren. Tut man es dennoch, führt das unweigerlich in den Abgrund – Schulstreiks hin oder her.

Der Beitrag in der Süddeutschen geht übrigens auf eine Umfrage der ‚Fachagentur Windenergie an Land‘ zurück. Diese stellt darin auch fest, dass zunehmend Wind-Projekte vor Gericht landen. Meist geht es bei den Klagen um Naturschutz, ‚also etwa die Lebensräume von Vogel oder Fledermausarten‘. Die Agentur ist sich nicht zu doof, darüber zu spekulieren, ‚inwieweit in den Rechtsstreitigkeiten Argumente des Artenschutzes stellvertretend für eine potenziell windkraftkritische Motivation angeführt werden‘.

Nicht weiter verwunderlich. Die sogenannte ‚Fachagentur‘ wird von Bund, Ländern und Verbänden getragen wie die Zeitung schreibt. Wenig überraschend also, dass sie nun vor einem Einbruch beim Ökostrom-Ausbau warnt: Das erste Quartal 2019 sei das ‚ausbauschwächste erste Quartal des Jahrtausends‘.

Aus unserer Sicht sind wir damit auf dem richtigen Weg, wenn auch nur aus hilfsweise richtigen Gründen. Man kann nur hoffen, dass bald das erste Quartal ganz ohne Ausbau folgt und sich zügig der Rückbau anschließt.“

Hintergrund: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/erneuerbare-energie-stillstand-1.4533470