Atomausstieg verschoben

Atomkraft Kernenergie Frauke Petry

„Fest steht bereits: Neu wird in den Szenarien auch mit einer Betriebsdauer der AKW von 60 Jahren gerechnet. Dies ergäbe ein Auslaufdatum 2044. «Wir können das Szenario nicht mehr mit nur 50 Jahren machen. Es geht darum, die Modellrechnung mit 60 Jahren näher entlang der Realität zu zeichnen», sagt BfE-Sprecherin Marianne Zünd.“ [1]

Wer bei diesem Satz die stille Hoffnung hatte, dass in Deutschland endlich langsam wieder rationales Denken einsetzt, den müssen wir leider enttäuschen. Das Zitat stammt aus unserem Nachbarland, der Schweiz. Aber nicht nur die Schweizer erkennen die Notwendigkeit Atomenergie als Brückenkopf zur Energiewende zu nutzen, auch die USA, Russland, Slowenien, Tschechien und der Ukraine werden die Laufzeiten teils auf 80 Jahre verlängert. Frankreich und das vielgelobte Schweden prüfen aktuell die Langzeitnutzung ihrer Atommeiler.

Und Deutschland? Hier freut sich unter anderem der sächsische Ministerpräsident, dass versorgungsnotwendige Infrastruktur weiterhin quasi ersatzlos zurückgebaut wird. „Deutschland hat sich vorgenommen, aus der Kohleverstromung und aus der Atomenergie auszusteigen. Kein Land der Erde hat solch ambitionierte Klimaschutzziele. Diese Ziele sollten wir jetzt erst einmal zum Erfolg machen.“ [2]

Offensichtlich stellt sich niemand in Berlin und Dresden die Frage, warum das wohl so ist. Die Antwort läge auf der Hand: Weil kein Land der Erde in derartiger Harakiri-Methode bereit ist, die eigene wirtschaftliche Grundlage zu zerstören. Wer es dennoch tut und dabei auch noch auf Erfolg hofft, der muss von einer Art ökoreligösen Wahn befallen sein. In der Tat einzigartig auf der Welt.

https://www.nzz.ch/schweiz/kernkraftwerke-sollen-60-jahre-laufen-ld.1512560?mktcid=nled&mktcval=107_2019–10-02&kid=nl107_2019-10-1

https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Saechsischer-Ministerpraesident-Kretschmer-fordert-von-Fridays-for-Future-mehr-Realitaetssinn