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Antisemitismus

Alles erinnert an die Tat von Christchurch. Ein 27-jähriger steigt in Kampfmontur aus seinem Auto. Auf dem Helm eine sogenannte Actioncam, die gern von Sportlern genutzt wird. Mit dieser überträgt er seine mörderische Tour durch die Innenstadt von Halle. Laut Zeugenberichten versucht er sich Zugang zu einer Synagoge zu verschaffen.

Es ist Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. In der Synagoge befinden sich zur Tatzeit rund 80 betende Menschen und es grenzt an ein Wunder, dass die Türen dem Angriff stand hielten. Hätte der Täter, der teilweise sogar mit Sprengsätzen versucht haben soll sich Zugang zu verschaffen, diese Sicherheitsvorkehrung überwunden, wäre seine Tat, wie in Christchurch, in einem Massaker geendet. Live gestreamt im Internet.

Weniger Glück hatten eine junge Frau, die sich in der Nähe der Synagoge befand. Sie wurde hinterrücks auf offener Straße erschossen. Vermutlich hatte sie gar nicht bemerkt, dass sie in Gefahr war. Ebenfalls wurde ein Mann, der vor einem Dönerladen stand, Opfer des feigen Täters, der scheinbar vor Wut über den vereitelten Zugang zur Synagoge ein neues Ziel suchte. Auch dieses Opfer war scheinbar völlig arglos und rechnete wohl nicht damit unmittelbar in Gefahr zu sein. Ein Mann in einer KFZ-Werkstatt in Landsberg hatte mehr Glück und überlebte die Schüsse trotz geringer Distanz zum Täter.

Wir sind erschüttert über diese Tat und wünschen den Angehörigen der Opfer viel Kraft sowie den Verletzten eine schnelle und möglichst vollständige Genesung.