+++ Der 300 Mio. Sondermüll des Umweltschutzes +++

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Windkraftanlagen wurden vor knapp 20 Jahren als der Heilsbringer des Umweltschutzes angepriesen. „Saubere Energie“, die jeden Bürger pro Monat gerade einmal so viel kosten sollte, wie eine Kugel Eis (Jürgen Trittin, 2004).

Aus der Kugel Eis ist mittlerweile ein fetter Eisbecher für zwei Personen geworden. 2017 betrug die durchschnittliche EEG-Umlage rund 14 Euro pro Person und Monat. Kritiker haben dies schon damals kommen sehen. Etwas weniger bekannt wurden die Bedenken zum Recycling abgewirtschafteter Windkraftanlagen, denn was teuer aufgebaut wird, muss früher oder später auch wieder rückgebaut werden. Die Kosten für den Rückbau und das Recycling einer Windkraftanlage belaufen sich je nach Quelle zwischen 70.000 bis 150.000 Euro.

Nun wurden die Windkraftanlagenbetreiber in den letzten Jahren – Dank steuerlicher Fördermittel – fürstlich für den Aufbau und Betrieb der Anlagen honoriert. Entgegen der Forderung ihrer Kritiker gab es allerdings kaum bis keine Auflagen, dass für den Rückbau der Anlagen Reserven zu bilden sind. Man muss sich hierfür vergegenwärtigen, dass ein nicht geringer Teil der Anlagen im Besitz von Privatpersonen sind, die eigens hierfür (Klein-)Unternehmen gründeten. Die Umsätze aus der Stromerzeugung wurden in der Regel für die Tilgung der Kredite wie auch den Lebensunterhalt der Kleinbetreiber verwendet.

Im Klartext bedeutet das, wenn ein Betreiber die Kosten für den Rückbau seiner Anlage nicht finanzieren kann, meldet er in letzter Konsequenz Privatinsolvenz an. Das Problem des Rückbaus wird dadurch verstaatlicht und letztendlich vom Steuerzahler getragen, der auch schon indirekt den Aufbau über die horrenden Strompreise finanzierte. Diese (Strom-)Preisspirale wird sich in den kommenden Jahren spürbar in Gang setzen, wenn die ersten Anlagen ihre 20-jähige Lebensdauer überschritten haben und die EEG-Umlage ausläuft. Dass das Bundesumweltamt diese Gefahr erst heute thematisiert, beweist die Kurzsichtigkeit und populistische Effekthascherei aller daran beteiligten Regierungen.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/umweltbundesamt-deutschland-ist-auf-recycling-alter-windraeder-nicht-vorbereitet-a-1294496.html