+++ Günther – ein Umweltminister auf energiepolitischer Geisterfahrt +++

Leipzig, 13.01.2020. In einem ausführlichen Interview mit dem Wirtschaftsteil der Sächsischen Zeitung gewährt der neue Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) Einblicke, wohin mit ihm die energiepolitische Reise für den Freistaat gehen soll. Bausteine für die proklamierte „Versorgungssicherheit“ des „Energielandes Sachsen“ sind für ihn Windkraft, Photovoltaik, Pumpspeicherwerke und nicht näher definierte Speichertechnik, in die noch zu investieren sei.

Frauke Petry, Mitglied des Deutschen Bundestages dazu:

„Besser wäre es gewesen, die Sächsische Zeitung hätte gefragt, Herr Günther, sind Sie eigentlich ein Geisterfahrer? Die ehrliche Antwort hätte dann lauten müssen: ‚Ja, das bin ich und meine Beifahrer*in ist die CDU.‘

So etwas fragt eine sich seriös gebende Tageszeitung natürlich nicht. Genauso wie sie auch sonst in dem Interview auf sich geradezu aufdrängende Fragen generös verzichtet. Die hätten womöglich den selbsternannten ‚Wählerwillenumsetzer‘ in die Bredouille gebracht, der nur zu gern mit ‚Bruttostromverbrauch‘ und ‚bilanziell‘ vollständiger Versorgung aus den ‚Erneuerbaren‘ herumjongliert und den Wirtschaftsredakteur damit offenbar so beeindruckte, dass dieser glatt überhörte, womit Günther die Versorgungssicherheit des ‚Industrielandes Sachsen‘ bei Windstille gewährleisten will: mit Photovoltaik, Pumpspeicherwerken und nicht näher bezeichneten Speichertechniken, in die er noch investieren will.

Investieren kann er tatsächlich. Und zwar in mehrere tausend Pumpwerke. Hans-Werner Sinn hat das einmal ausgerechnet: Käme Deutschlands Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, bräuchte es nicht nur drei Dutzend – das ist die Zahl der aktuell vorhandenen Anlagen, sondern gleich ein paar tausend dieser Anlagen mehr. Eine berechtigte Frage an den neuen Umweltminister wäre demnach gewesen, mit wie vielen Wasserspeichern er denn für Sachsen rechne und wo er die bauen lassen will. Wahrscheinlich wäre die Antwort ebenso blumig ausgefallen wie die auf die Frage nach den Standorten seiner etwa 250 neuen Windräder: ‚Die regionalen Planungsverbände werden jetzt die Pläne aufstellen, das muss ein Gemeinschaftswerk werden.‘

Was immer er auch treibt, es wird ein Gemeinschaftswerk mit der Sächsischen Union werden. Und dafür wird sie in nicht allzu ferner Zeit einen bitteren Preis zahlen. Das allerdings soll nicht unsere Sorge sein. Die Sorge um den Freistaat wächst allerdings mit fast jeder Verlautbarung aus den Reihen der neuen bunten Koalitionspartner.“

Hintergrund:

https://www.saechsische.de/plus/herr-guenther-sind-sie-eigentlich-ein-revolutionaer-5160288.html