Hoffnungsschimmer Stammzellspende

Heute wende ich mich in einer traurigen Angelegenheit an Sie/Euch. Alle 35 Sekunden erkrankt ein Mensch weltweit an Blutkrebs (Leukämie), und dennoch trifft es uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel, wenn es eine uns nahestehende Person trifft. Genauso ging es vor wenigen Wochen einer lieben Kollegin aus meinem persönlichen Umfeld. Gestern noch fit und voller Tatendrang, ist ihr Tagesablauf nun voll und ganz von dieser schrecklichen Diagnose beherrscht, die Gedanken drehen sich ausschließlich um mögliche Therapien, Nebenwirkungen und die alles entscheidende Frage: habe ich überhaupt eine Überlebenschance!
 
Und dennoch gibt es bei der Diagnose Leukämie einen Hoffnungsschimmer – die Stammzellspende. Nur ein Drittel der Erkrankten findet den Spender in der eigenen Familie, alle anderen müssen auf einen anderen Spender hoffen. Anders als für den todkranken Empfänger ist die Spende für den Spender ein minimaler Eingriff, die Schwierigkeit für die Ärzte liegt vielmehr darin, einen geeigneten Spender zu finden. Es gibt weltweite Datenbanken mit Spenderdaten, aktuell wird aber auch hier Covid-19 zu einem veritablen Problem. Die Transportwege für Spenden aus dem Ausland haben sich massiv verlängert und das empfindliche Zellmaterial verliert bei schlechten Lagerbedingungen schnell seine Qualität und verringert damit sein lebensrettendes Potenzial.
 
Deswegen möchte ich heute von ganzem Herzen darum bitten, dass Sie oder Ihr darüber nachdenkt, Euch nicht nur für meine liebe Kollegin (sondern auch für andere Erkrankte) bei der DKMS Deutschland (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu registrieren und zu einer Spende bereitzuerklären. Es ist ganz einfach, ich habe es selbst soeben gemacht, während ich diesen Beitrag schreibe.
 
Das Ganze funktioniert über einen einfachen Speicheltest ohne großen Aufwand per Post, aus der eingesandten Probe wird das persönliche Stammzellenprofil bestimmt. Sollte das Profil mit einem der unzähligen Patienten übereinstimmen, wird man von der DKMS kontaktiert. Die Spende ist absolut freiwillig, man kann auch nach einer Registrierung stets frei entscheiden, ob man Stammzellenspender werden möchten oder nicht. Möchten Sie spenden, ist meistens eine normale Blutentnahme wie bei einer Blutspende ausreichend. Auch werden die Kosten für die Spende sowie der mögliche Verdienstausfall von der DKMS selbstverständlich übernommen.
 
Und noch eins: die Blutgruppe spielt für die Frage, ob die Spende passt, natürlich eine große Rolle. Wenn Sie oder Ihr die gleiche Blutgruppe wie meine erkrankte Kollegin (B positiv) habt, steigen die Chancen, dass die Spende zu ihr passt.
 
Danke im voraus und bleibt gesund!
 
Ihre/Eure
Frauke Petry
 
https://www.dkms.de/de/spender-werden