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Mit mäßiger Neugier habe ich gestern Abend das Kreißen des Kanzleramtes mit den angeschlossenen Länderbehördenchefs verfolgt. Die tagelang vorauseilende Begleitmusik […]

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+++ Merkels „Kraftanstrengungen“ verheeren unser Land +++

+++ Merkels „Kraftanstrengungen“ verheeren unser Land +++
Mit mäßiger Neugier habe ich gestern Abend das Kreißen des Kanzleramtes mit den angeschlossenen Länderbehördenchefs verfolgt. Die tagelang vorauseilende Begleitmusik der Panikorchester, insbesondere aus dem Süden, ließ nicht viel Platz für positive Überraschungen. Aufmüpfige Einwürfe von außerhalb des Zirkels, nach denen es den Staat nichts anginge wie man Weihnachten feiert, verhallten im Vorfeld und lösten noch nicht einmal nichts aus.
Anders als der berühmte Berg gebar die virtuelle Runde in fünfstündiger Sitzung keine Maus, sondern erwartungsgemäß ausschließlich neue Zumutungen für Land, Leute und Wirtschaft. Genau genommen ist die größte davon die Unverschämtheit, den Untertanen (Bürger möchte man in diesem Zusammenhang nicht mehr schreiben) zwischen Heiligem Abend und der Silvesternacht gewissermaßen ein paar Bröckchen Freiheit hinzuwerfen, nur um bis kurz zuvor und gleich danach wieder die „Zügel zu straffen“. Angela Merkel verbrämt das mit den Worten, „wir brauchen noch einmal eine nationale Kraftanstrengung“.
Kommt Ihnen bekannt vor, nicht wahr? Inzwischen ist der Gebrauch dieser Phrase inflationär. Vor allem ist er verbunden mit Verheerungen für dieses Land. Bereits seit 2010 läuft die „gemeinsame Kraftanstrengung für die Entwicklung von Elektrowagen“. 2015 fiel in Erfurt der berühmt-berüchtigte Satz „Wir schaffen das“. 2017 sollte eine nationale Kraftanstrengung zehntausende ausreisepflichtige Migranten zurück in ihre Herkunftsländer bringen. Ebenfalls 2017 benötigte die Energiewende eine „große Kraftanstrengung“. Anfang November hieß der „Teil-Lockdown“ nationale Kraftanstrengung und wenige Tage später schallt es nun zum wiederholten Mal: „Wir brauchen noch einmal ein nationale Kraftanstrengung.“
Soviel Pathos. Wofür? Die deutschen „Elektrowagen“ setzen tausende Arbeitnehmer bei heimischen Automobilzulieferern frei, bringen aber bisher kaum jemanden zuverlässig ans Ziel. Der Migrationsdruck ist nicht genommen, die Probleme größer denn je. Gerade singen die Lehrer ein Lied davon. Praktisch alle Ausreisepflichtigen sind noch hier, es werden eher mehr als weniger. Das Clanmilieu freut sich. Die Energiewende entwickelt sich zu einer finanziellen und wirtschaftlichen Katastrophe – wird aber dennoch unbeirrt vorangetrieben. Die Rechnungen dafür sind quasi in Zustellung. Die beiden Lockdowns haben Eltern und Kinder um den Verstand, Großeltern in die Einsamkeit und ganze Branchen an den Rand der Existenz gebracht, nicht wenige Unternehmen bereits darüber hinaus.
Und nun also soll das große Stilllegungs-Experiment womöglich bis ins Frühjahr fortgesetzt werden. Licht an, Licht aus sozusagen. Hotels und Gastronomen haben schon abgesagt. Sie seien keine Garagen, die man einfach auf- und abschließen könne. Und noch einer winkt. Noch nicht mit der weißen Fahne aber mit dem Zaunspfahl. Des Bundesfinanzministers Bazooka stottert: Sollten weitere Unterstützungsmaßnahmen notwendig sein, müssten sich zukünftig die Länder beteiligen. Ich übersetze: Ist die rechte Hosentasche der Steuerzahler leer, wird einfach in die linke Tasche gelangt. Vor diesem Griff sind nicht mal mehr die Enkelkinder und deren Kinder sicher.
Derweil treibt ein gewisser Markus Söder emotionale Spielchen: „Die Todeszahlen seien aktuell so hoch, als würde jeden Tag ein Flugzeug abstürzen.“ Ob ihm im vergangenen Jahr angesichts der vom Robert-Koch-Institut bestätigten 20.000 Toten durch Krankenhauskeime ein Flugzug auf den Kopf gefallen ist, weiß man nicht so genau. Mit, durch oder amtlich schwammig „in Zusammenhang mit“ Corona sind jedenfalls bisher 14.832 Todesfälle zu beklagen. Im Unterschied zu den Krankenhauskeimen hat Corona allerdings das Zeug, ein ganzes Land dauerhaft lahmzulegen. Anders als Experte für alles Lauterbach meint, nicht durch das Virus selbst, sondern vor allem wegen der diversen „Schutzmaßnahmen“ des Staates.
Der schwedische Epidemiologe und Regierungsberater Johan Giesecke, der auch für die Weltgesundheitsorganisation beratend tätig ist, hat es schon im Frühjahr auf den Punkt gebracht: „Deutschland ruiniert seine Wirtschaft – und rettet damit kein einziges Leben.“ Das ist es. Und damit muss Schluss sein. Ich habe nichts gegen nationale Kraftanstrengungen. Aber inzwischen braucht es einer echten, um die Verheerungen der vorangegangenen zu bewältigen und das Land wieder in die Erfolgsspur zu setzen.