+++ Rationierte Mobilität +++

Stellen wir uns einmal vor, wir kommen an die Tankstelle und müssten zwei Stunden warten, bis die Zapfpistole wieder sprudelt. Nicht vorstellbar? Vielleicht und hoffentlich nicht für diejenigen, die nach wie vor an ihrem guten alten Verbrennermotor festhalten. Für die Ökoritter der modernen Elektromobilität könnte das bald schöne neue Realität werden.
Die Stromversorger basteln nämlich an einer Regelung – euphemistisch „Spitzenglättung“ genannt – die es künftig zulässt, einfach ausgedrückt, bei Netzüberlastung schlicht den Stromhahn für Verbraucher zuzudrehen. Vorerst (!) für bis zu zwei Stunden am Tag und begrenzt auf Ladestationen für Elektrofahrzeuge, damit nicht gleich der ganze Haushalt im Dunkeln steht.
Wie t3n berichtet, wird das Konzept der Spitzenglättung in Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes verankert werden. Ein entsprechender Entwurf sei noch für dieses Jahr in Vorbereitung. Was für eine wunderbare neue Welt, in der praktisch auf Knopfdruck der Individualverkehr ausgeknipst werden kann. Auf einen Kanister „Reservestrom“ in der Garage zuzugreifen, geht ja dann nicht mehr. Strom weg und schon bleibt das Auto wo es ist.
Denn klar dürfte sein, wenn es erst einmal diese Möglichkeit gibt, wird von ihr Gebrauch gemacht. Ich würde sagen, hier werden feuchte grüne Träume schneller Wirklichkeit als sich das so mancher gedacht hat. Was bin ich froh, noch einen wunderbaren Diesel zu fahren. Und das wird noch eine ganze Weile so bleiben.
Hintergrund: https://t3n.de/news/zwangsabschaltung-fuer-e-autos-1343295