+++ Knallerverbot: Böller nur in der Brieftasche +++

Zahlen für eine Leistung, die man nicht haben will – dieses Prinzip ist landläufig unter dem Stichwort „Zwangsgebühren“ bekannt. Wie es aussieht, kommt nun eine ganz neue Variante hinzu: Ein Feuerwerk, das nicht stattfindet, trotzdem aber alle bezahlen. Übrigens auch die Fans von „Brot statt Böller“.
Wie das geht? Ganz einfach. Man diskutiere wochenlang hin und her, signalisiere zwischenzeitlich „Silvesterlockerungen“ und warte bis die Pyrotechnikhersteller endlich mit der Auslieferung ihrer Jahresproduktion an die Händler begonnen haben. Dann beschließe man über Nacht ein Verkaufsverbot.
Silvesterfeuerwerk ist in der Regel Kommissionsware. Heißt, nicht verkaufte Ware muss von den Herstellern zurückgenommen werden. Das Jahresgeschäft 2020 entpuppt sich so für die Unternehmen und ihre etwa 3.000 Mitarbeiter in Deutschland als existenzbedrohender Totalverlust. Entschädigungsforderungen der Branche sind daher mehr als nachvollziehbar.
Sollten Wirtschaftsvernichtungsminister Altmaier und Finanzlochminister Scholz dem nachgeben, landet die dreistellige Millionensumme als weitere Ausgabe in der Bundeskasse und damit direkt in den Hosentaschen der Steuerzahler. Den Preis für das ausfallende Silvesterfeuerwerk werden wir wohl damit alle zahlen – ohne, dass auch nur einer von uns eine einzige Rakete in den Himmel startet.
Damit wäre diese kleine Geschichte fast zu Ende erzählt. Wäre da nicht eine Meldung der Gewerkschaft der Polizei aus Berlin, die fest davon ausgeht, dass das Verkaufsverbot für Böller keineswegs für eine ruhige Silvesternacht sorgen wird. Grund: Groß- und Kleinkriminelle, die von jeher mit illegalem Feuerwerk böllern oder gar mit Schreckschusswaffen auf Feuerwehr und Polizei draufhalten, werden genau das dennoch massenhaft tun. „Die Munitionslager seien voll.“
„Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit“ sollte besser umgetextet werden: Unsinniger Politik nie war als zu der Coronazeit.