+++ Svenjas Ringen um (gute) Luft +++

Umweltministerin Svenja Schulze (Spezialdemokraten) hat heute Vormittag mit dem ihr eigenen glückselig verzückten Dauerlächeln die neuesten Erkenntnisse über die Luftqualität in Deutschland vorgestellt. Man kann es kurz zusammenfassen: Sie freut sich, die Vögel wieder in den Städten singen zu hören, zeigt Begeisterung über jede Menge Popup-Radwege in Ballungszentren, und erwartet, dass weniger Verkehr unsere Städte wandelt.

Besonders stolz ist sie auf hunderte von Elekrobussen, die mit Förderung des Bundes von kommunalen Verkehrsgesellschaften angeschafft werden konnten. Ob sie sich auch über die in den vergangenen kalten Tagen reihenweise stehengebliebenen Batterie-Busse der BVG freut, blieb offen. Ebenfalls unbeantwortet ist bislang, inwiefern sich der Steuerzahler für die 2,94 Milliarden Mehrkosten gegenüber modernen Dieselfahrzeugen allein in Berlin dankbar zeigt.

Eins ist für die glückliche Svenja aber klar: „Es gibt noch viel zu tun, vor allem beim Feinstaub.“ Dass dessen Auftreten in deutschen Städten herzlich wenig mit den Fahrzeugen zu tun hat, die dort überhaupt noch unterwegs sein dürfen, zeigte eine Meldung aus Würzburg. Der Bayrische Rundfunk berichtete im vergangenen Jahr, mitten in der gerade begonnenen verkehrsarmen „Corona-Zeit“:

„Dass weniger Verkehr in der Stadt nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die Luftreinheit sei, zeige sich an den Feinstaubwerten. Diese seien vergleichsweise hoch, weil zum einen die bodennahe Luftschicht aufgrund des Wetters keinen Austausch erfahre, zum anderen vermute man, dass staubhaltige Luftmassen aus östlicher Richtung und aus der Sahara nach Bayern gekommen seien. Dies seien Faktoren, die die Schadstoffkonzentration an den Messstationen negativ beeinflussten, aber nicht voneinander unterschieden werden könnten.“

Es ist nicht bekannt, ob Svenja Schulze jetzt etwas gegen Sahara-Staub unternimmt – etwa Grenzschließungen verlangt. Als sicher kann jedoch gelten, dass sie auf weitere Verschärfungen der Grenzwerte aus Brüssel für Neuwagen setzt. Die rote Dreckschleuder-Karte, die sie im vergangenen November frisch von der Deutsche Umwelthilfe (DUH) für ihren Dienstwagen präsentiert bekam, dürfte dabei sicher keine Rolle spielen. Die DUH kommentierte das ministerliche Vorbildverhalten damals so: „Svenja Schulze konnte sich nicht verbessern und heizt mit ihrem Dienstwagen den Klimawandel weiter an.“

Immerhin öffnet sie während innerstädtischer Fahrten zumindest das Fenster ihrer dicken Limousine. Sonst könnte sie ja keine Vögel singen hören können – und kaum „verbesserte“ Luft atmen.