+++ Der Erfolg? Maximal zweifelhaft! +++

Was für ein pompöses Spektakel gestern an der tschechisch-deutschen Grenze im sonst beschaulichen sächsischen Breitenau. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) samt eines gewaltigen Aufgebotes aus Kameraleuten, Reportern und Bundespolizeibeamten begutachteten dort die Arbeiten am innereuropäischen Muntantenwall.
Horst Seehofer zeigte sich laut MERKUR vor Ort „beeindruckt“ und stellte die Fortsetzung der Kontrollen in Aussicht. Zumindest sei das „sehr wahrscheinlich“, sagen könne man das aber „beim besten Willen noch nicht“. Sie wissen schon – besser erstmal in Berlin rückversichern, wir schaffen das und Grenzen können eigentlich nicht geschützt werden. Man weiß ja nie was gerade aktuell ist in diesem „Kanzler:innen-Bunker“.
So ging es auch tausenden Reisenden, Pendlern und Spediteuren, die quasi über Nacht vom neuen Grenzregime überrascht wurden und nicht wenige von ihnen auf der Felge umdrehen durften. Das ist wohl das neue gemeinsame europäische Handeln, von dem in Berlin immer die Rede ist. Als der Protest – auch im Ausland – vernehmlich anschwoll, gab es flugs Ausnahmen. Welche Grenzgänger allerdings in „systemrelevante“ Jobs einpendeln und damit „Passierschein A38“ erhalten, dass durften die Länder später festlegen und arbeiten und erweitern und anpassen noch heute daran herum.
Der tatkräftige Horst hatte in Breitenau übrigens noch einen Kalauer bereit: „Das Einmaleins der Infektionsbekämpfung sei, so Seehofer, zu schauen, wo ist die Quelle der Infektionen, und wie kann man die Infektionskette unterbrechen“. Kleine Nebeninfo: In Deutschland sind bereits etwa 20 Prozent der Infektionen auf eine der mutierten Virusvarianten zurückzuführen, in Flensburg dem neuen deutschen Hotspot des Corona-Wahnsinns sogar 50 Prozent.
Roland Wöllers (praktisch einziger) Beitrag in Breitenau: „Das Virus kennt leider keine Grenzen.“ Was soll man dazu noch sagen? Außer vielleicht, dass da im Erzgebirge ein weiteres gigantisches mediales Ablenkungsmanöver über die Bühne ging, mit allen negativen Folgen für Logistikketten und dienstlich Reisende oder beruflich Pendelnde. Erfolg? Sind wir freundlich – maximal zweifelhaft.