+++ Unsere Brücken stehen jetzt am Hindukusch +++

Gerade lese ich, dass die Bundesregierung einer Verlängerung des seit 20 Jahren andauernden Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan um ein weiteres Jahr zugestimmt hat. 1.300 Armeeangehörige aus Deutschland werden dort also bis zunächst 31. Januar 2022 die Sicherheitskräfte vor Ort im Rahmen der Mission „Resolute Support“ unterstützen.

Der Bundestag muss dem zwar noch zustimmen, doch Überraschungen wird es da keine geben. Also können wir getrost davon ausgehen, dass den bisher für dieses Abenteuer ausgegebenen 10 Milliarden Euro weitere Millionen in den kommenden Monaten folgen. Weitgehend folgenlos für die Entwicklung in dem weit entfernten Land, nicht jedoch für den Steuerzahler hierzulande.

In Afghanistan „nimmt die Gewalt gerade zu“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) dürr im gleichen Beitrag anmerkt. Die Frage, was wir in Afghanistan eigentlich machen (außer viel Geld unwiderbringlich zu versenken), stellt sich insofern durchaus berechtigt. Ernsthaft beantworten will diese Frage offenbar keiner.

Eine Antwort darauf, was wir hierzulande mit 10 Milliarden Euro plus bespielsweise auch anfangen hätten können, liefert dafür eine Studie „Ersatzneubau Kommunale Straßenbrücken“ des Instituts für Urbanistik (Difu) über den Zustand kommunaler Brücken in Deutschland, die im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (BBS) und der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) erstellt wurde. (Quelle: www.bauindustrie.de/themen/wirtschaft-und-recht/verkehrsinfrastruktur1/brucken-sind-marode/)

„Jede zweite Brücke“ befindet sich nach dieser Erhebung „in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden“. Veranschlagt wird dafür ein Investitionsbedarf von 11 Milliarden Euro. Eine stattliche Summe, die sich ziemlich exakt mit den 10 Milliarden Euro plus oben deckt. Wie es allerdings aussieht, werden bis auf weiteres unsere kommunalen Brücken weiter am Hindukusch gebaut – im übertragenen Sinne selbstverständlich, füge ich sicherheitshalber hinzu. Sie wissen schon: „Unerträglicher Populismus“ und so weiter …